Wahlprogramm zur Kammerwahl 2018


Grundsätze und Wahlprogramm:

  1. Freiheit des Arztberufes in angestellter und selbstständiger Position

    Es ist kein Privileg, sondern Verpflichtung, dass der Beruf des Arztes sowohl in angestellter, als auch in selbstständiger Position ein freier Beruf ist. Die Behandlung der Patienten darf sich nur nach medizinischen Grundsätzen richten, die ärztlich verantwortet werden müssen. Es darf weder ein Zwang durch wirtschaftlichen Druck des Arbeitgebers noch durch organisatorische Zwänge der Abrechnung ausgeübt werden. Die Verantwortung für die Behandlung unserer Patienten bleibt bei den Ärzten, nicht bei Klinikkonzernen, Krankenkassen oder -versicherungen!

    Es ist eine wichtige Aufgabe der Ärztekammer, sich für diese Freiheit des Arztberufes einzusetzen. Dabei gilt es die Darstellung der Ärzteschaft in der Öffentlichkeit zu verbessern und den Berufsstand gegen Diffamierungen in Schutz zu nehmen!

  2. Zusammenarbeit der ärztlichen Gruppen , ohne Interessengegensätze zu vertuschen

    In der Ärztekammer sollten alle Gruppen zusammenarbeiten, denn die Aufgaben dort können nur durch ein gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit wirksam umgesetzt werden. Ein Streit zwischen Haus- und Gebietsärzten oder zwischen Angestellten und Niedergelassenen schadet uns allen! Selbstverständlich können unterschiedliche Interessen zu unterschiedlichen Meinungen führen, aber es gilt, einen fairen Interessenausgleich zu erzielen.

  3. Behandlungsverantwortung bleibt bei den Ärzten

    Die Ärztekammer muss auch Versuchen entgegentreten, ärztliche Aufgaben auf medizinische Assistenzberufe ohne ärztliche Verordnung oder Kontrolle zu übertragen. Ärztemangel oder wirtschaftliche Engpässe dürfen so nicht zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung führen! Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sollten nur in der Hand von freiberuflich tätigen Ärzten sein!

  4. Leistungsgerechte Vergütung mit zeitgemäßer GOÄ

    Die Vergütung der privatärztlichen Leistungen ist nicht mehr zeitgemäß. Die GOÄ wurde inhaltlich seit 1988 nicht verändert. Eine Novellierung der GOÄ ist durch das Regierungsprogramm der GroKo erneut verschoben, obwohl die Rahmendaten zwischen Bundesärztekammer und Privaten Krankenversicherungen schon ausgehandelt sind. Die Umsetzung einer neuen GOÄ durch das Bundesgesundheitsministerium darf keinesfalls zur Absenkung der Vergütung führen, sondern muss der Kostenentwicklung angepasst werden. Wir fordern eine jährliche Anpassung des Punktwertes an die Kosten. Die alte GOÄ ist seit 1996 materiell unverändert. Wir dürfen nicht wieder 30 Jahre durch Inflation enteignet werden!

  5. Verantwortung für die Weiter- und Fortbildung bleibt bei der Ärztekammer

    Die Weiterbildung ist eine wesentliche Aufgabe der Ärztekammern. Versuche von Klinikkonzernen, diese Kompetenz den Kammern streitig zu machen sind offensichtlich nur durch eigene Profitinteressen geprägt. Dagegen müssen wir uns wehren! Auch die Organisation der Fortbildung ist Aufgabe der Selbstverwaltung, staatliche Vorschriften sind überflüssig und steigern die Bürokratie!

  6. Qualitätssicherung mit ärztlichem Sachverstand, Portale nur zertifiziert

    Qualitätssicherung ist ein wichtiger Bestandteil der ärztlichen Behandlung. Die Patienten haben einen Anspruch auf Sicherheit und auf Transparenz der Qualität. Bei allen Maßnahmen der Qualitätssicherung sollte aber eher die Ergebnisqualität als die Ablaufqualität im Vordergrund stehen. Bei Veröffentlichungen von Qualitätsvergleichen muss ärztlicher Sachverstand sicherstellen, dass für die Patienten durch Fehlinterpretation kein falsches Bild entsteht. Bei der Bewertung von Ärzten und Krankenhäusern durch Kassen, Versicherungen oder Körperschaften fordern wir eine Zertifizierung von Portalen, um unfaire anonyme Kommentare und Urteile zu verhindern!

  7. Datenschutz für Ärzte und Patienten

    Der Umgang mit medizinischen Daten muss sicher und anwenderfreundlich sein. Moderne EDV muss helfen, überflüssige Arbeit abzubauen, darf uns aber als Ärzte nicht entmündigen. Eine E-Card für Patienten und die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur muss diesen Kriterien entsprechen. Die Datensicherheit muss für Patienten und Ärzte gewahrt bleiben, es darf keinen "gläsernen" Arzt oder Patienten geben. Bei der neuerdings möglichen Fernbehandlung muss ein Missbrauch unseriöser "Callcenter" verhindert werden.

  8. Förderung von ambulanten Operationen und Belegarztwesen

    Ambulante Operationen und die stationären Operationen durch niedergelassene Ärzte (Beleg- oder Kooperationsärzte) stellen die ideale integrierte Versorgung dar. Wir sollten dieses Modell deshalb zum Wohle der Patienten und zur Kostenreduktion auch in der Ärztekammer fördern.

  9. Sichere Altersvorsorge durch ein generationengerechtes Versorgungswerk

    Die beste berufspolitische Leistung der Ärztekammern war die flächendeckende Einführung der Versorgungswerke, nachdem 1957 den Freiberuflern die Teilnahme an der gesetzlichen Rentenversicherung untersagt wurde. Die Versorgungswerke sichern eine überwiegend kapitalgedeckte Altersvorsorge ohne staatlichen Einfluss und ohne staatliche Zuschüsse auf hohem Niveau.

    Das Hamburger Versorgungswerk hat seine Hausaufgaben gemacht: Die Längerlebigkeit wurde in der Versicherungsmathematik generationengerecht berücksichtigt, die Absenkung des Zinsniveaus auf den Kapitalmärkten wurde durch eine Absenkung des Rechnungszinses berücksichtigt. Die Nettoverzinsung der letzen Jahre kann sich sehen lassen. Daraus konnten und können Renten und Anwartschaften dynamisiert werden. Durch eine Umschichtung des Vermögens in Realwerte (z. B. Immobilien) reagiert das Versorgungswerk erfolgreich auf die schwierigen Kapitalmarktbedingungen.

    Dr. Torsten Hemker (Vorsitzender des Verwaltungsausschusses) und Katharina Bischoff (stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsausschusses) setzen sich seit Jahren mit Erfolg für unser Versorgungswerk ein.

  10. Kein Master/Bachelor Studium in der Medizin

    Das Studium der Medizin unterliegt entsprechend der raschen Entwicklung unseres Faches einem ständigen Wandel. Die Gleichschaltung mit anderen Studiengängen im "Bologna-Prozess" ist aber abzulehnen, denn für einen "Bachelor"-Mediziner gibt es keinen Bedarf. Wichtig wäre es, die Auswahlverfahren effizienter zu gestalten: Der Numerus Clausus führt offensichtlich nicht zur optimalen Auswahl, da ein großer Teil der Bewerber nach dem Studium den Arztberuf gar nicht aufnimmt.

  11. Förderung von jungen und weiblichen Mitgliedern in den Gremien

    In den Gremien der Ärztekammer sind die jungen und weiblichen Mitglieder unterrepräsentiert. Wir wollen in der nächsten Legislaturperiode gezielt weibliche und junge Mitglieder fördern und zur Mitarbeit in den Gremien motivieren.

Ihre Kandidaten der Liste 9

Dr. Torsten Hemker
Dr. Torsten Hemker Orthopädie
Dr. Rita Trettin
Dr. Rita Trettin Neurologie/ Psych. / Psycho-T.
Katharina Bischoff
Katharina Bischoff Gynäkologie
Dr. Johannes Göckschu
Dr. Johannes Göckschu Urologie
Dr. Anna-Katharina Doepfer
Dr. Anna-Katharina Doepfer Orthopädie / Unfallchirurgie
Dr. Thiemo Kurzweg
Dr. Thiemo Kurzweg HNO
Dr. S. Hülsbergen-Krüger
Dr. S. Hülsbergen-Krüger Chirurgie / plast. Chir
Dr. Ulrich Korn
Dr. Ulrich Korn Orthopädie / Unfallchirurgie
Dr. Hans-Jürgen Juhl
Dr. Hans-Jürgen Juhl HNO


Bitte geben Sie Ihre Stimme der Liste 9 NETZWERK!


Für Vielfalt in der KV - keine Einheitsliste!



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